Systemische Therapie Barbara Schnitzler-Siefert Freiburg

Was versteht man unter "systemischer Therapie"?

Systemische Therapie/Beratung begreift menschliches Handeln als ein Handeln in sozialen Systemen. Solche Systeme setzen sich ganz unterschiedlich zusammen, als Familie, als Paar, als Kollegenkreis am Arbeitsplatz und vieles mehr.

In der systemischen Therapie ist nicht der isolierte Mensch das Objekt der Betrachtung, sondern das ganze System, in dem er sich bewegt. Der Blick richtet sich auf bestehende Muster, Zusammenhänge und Dynamiken, ausgehend von dem Grundgedanken, dass sich die Handlungen von Mitgliedern eines Systems wechselseitig beeinflussen. Dadurch bilden sich ganz unbewusst Verhaltens- und Beziehungsmuster, die nach festen, vorhersehbaren Regeln funktionieren, von den Beteiligten meist aber nicht erkannt werden.

Somit ist die Entstehung von Schwierigkeiten und Problemen im sozialen Miteinander zu suchen und folglich auch die Lösung. Aus diesem Grund werden in der systemischen Therapie/Beratung alle Beteiligten eines Systems in die Therapie mit einbezogen.

Ziel der systemischen Therapie/Beratung ist es, die Autonomie und den Selbstwert jeder einzelnen Person bzw. jedes Familienmitglieds zu stärken, sowie den Zusammenhalt untereinander zu festigen, die Kommunikation und den Austausch zu verbessern und schädigende Beziehungsmuster zu verändern.

Die systemische Therapie/Beratung ist eher lösungs- als problemorientiert. Der Mensch wird im systemischen Ansatz nicht von seinen Fehlern her betrachtet, sondern von seinen Fähigkeiten und Ressourcen, die selbst in problematischen Verhaltensweisen, wenn auch verdeckt, zum Ausdruck kommen.